Automatische Bewässerung des Gartens (Gardena Beregnungssystem)

DSC_0017Keinen Bock abends nochmal den blöden Sprenger anzuwerfen und andauernd das Teil umzustellen? Gott sei Dank ist das nun vorüber. Letzten September bin ich das Projekt endlich mal angegangen und es ging schneller umzusetzen als gedacht. Nur die Dokumentation habe ich ewig vor mir hergeschoben.

Planung ist alles (Männer Shopping)

Entschieden habe ich mich für das System von Gardena. Und auch wenn das bei den Hunter-Anhängern nicht nachvollziehbar ist, bin ich damit sehr zufrieden. Warum Gardena meine erste Option war, ist der hervorragende Online-Planer mit dem man ziemlich entspannt alles am Reißbrett planen kann.

Die Flächen, die die jeweiligen Regner beackern sollen, habe ich mal dargestellt.

Einzelne Zonen der jeweiligen Wasserkreisläufe. Das graue in der Mitte ist das Haus, oben die Einfahrt+Carport/Schuppen und das braune die Terrasse. An der sechs ist der Anschluss fürs Beet. Sprengbereich 3 wird bei Inbetriebnahme dann verkl

Einzelne Zonen der jeweiligen Wasserkreisläufe. Das graue in der Mitte ist das Haus, oben die Einfahrt+Carport/Schuppen und das braune die Terrasse. An der sechs ist der Anschluss fürs Beet. Sprengbereich 3 wird bei Inbetriebnahme dann verkleinert

Die Jahre davor habe ich alles mit einem herkömmlichen Vierecksregner abgearbeitet, wie die meisten deutschen Gartenbesitzer. Der Vorschlag des Planers war analog zu vielen anderen Umsetzungen gefühlte 100, sich überschneidende, Kreisregner. Aber auf die Buddelei wollte ich mich nicht einlassen. Also habe ich meine alte Vierecksberegnung (Wasserleitung 1,2,3) wieder übernommen und die fehlenden Bereiche individuell abgefertigt (Wasserleitung 4 und 5). Darüber hinaus einen Ausgang links unten für die Heckenbewässerung (5) geplant und einen Anschluss an den mal die Beetbewässerung (6) angeschlossen werden soll. Den Vierecksregner in action kann man auf dem Bild links oben sehen. Und wenn der Wind dann mal die Beregnung von manchen Bereichen beeinflusst …. muss ich für den Tag mit diesem Schicksal leben. Das ist der Preis der hohen Wurfreichweite der Vierecksregner. Bislang scheint es da aber keine Probleme gegeben zu haben, da der Wind hier in Böen und mit mäßiger Intensität kommt.

Das zu verbauende Material

Das zu verbauende Material

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Kupplungen, L-Stücke, T-Stücke etc

Aus Wasserdruckgründen und für die optimale Reichweite hat jeder Vierecksregner seinen eigenen Wasserzulauf. Insgesamt gehen vom Hausanschluss sechs Wasserrohre weg. Dieser befindet sich am Haus ca. bei der „6“. Spätere Bilder im Beitrag werden das nochmal beleuchten.

Die Hecke hat einen Druckminderer bekommen, damit der Tropfschlauch optimal arbeiten kann und der restliche Wasserdruck der Leitung wurde für einen Kreisregner eingesetzt. Am Wasserschlauch 4 hängen nur zwei Kreisregner.

Beim Messen des Wasserdrucks bestaunte ich mal wieder einen Baupfusch, der mir bis dato nicht aufgefallen war. Der Installateuer hat das Gartenwasser (wir haben keinen Brunnen) hinter den Druckminderer fürs Haus angeschlossen. Dass ich im Haus nicht 6 bar und mehr aus der Leitung haben will, ist klar. Aber draußen ist die Reichweite des Sprengers elementar wichtig. Die Korrektur hat dann nochmal einen dreistelligen Betrag gekostet. Schönen Dank auch!
Wir beobachten jetzt erstmal unseren Wasserverbrauch und rechnen dann mal aus, ob sich ein Brunnen lohnt.

Entwässerung des Systems

Gardena stellt sich vor, dass man manche Stellen der unterirdischen Leitungen tiefer legt und dort ein Entwässerungsventil (+Kiesbett) einbaut, das sich öffnet, wenn kein Wasserdruck auf der Leitung ist. Hintergrund ist, dass bei winterlichen Frost einem nicht die Rohre um die Ohren fliegen. Im Internet habe ich ein paar Stimmen gefunden, die mit den Dingern Probleme hatten. Für mich war das alles zu umständlich. Ich habe mir für etwas über 100 Euro einen Kompressor gekauft und mir selbst einen abenteuerlichen Gardena-Anschluss-Adapter gebaut. Einmal im Herbst wird dann alles an Wasser rausgepustet und fertig ist die Laube. Hat den vergangenen Winter super geklappt.
Netter Nebeneffekt: Fahrradreifen pumpe ich nicht mehr selbst auf.

Kosten

Der Gardena-Planer rechnet einem netterweise aus, was alle Teile in Summe kosten. Das waren bei uns fast 1.000 Euro. Mittels Preissuchmaschine habe ich einen (Elektronik-)Händler gefunden, der konsequent alles deutlich billiger als den offiziellen Listenpreis angeboten hat. Leider war der Service und die Kompetenz dort bei einem unvollständigen Teil „ausbaufähig“. Ich musste mich dann direkt an Gardena wenden und ab dann dauerte es zwei Tage und ich hatte das fehlende Verbindungsstück in den Händen. Diesen Händler erwähne ich daher hier nicht und empfehle ihn noch weniger weiter.
Die Schläuche zum Verbuddeln habe ich bei Amazon erworben. Wenn auf denen nicht direkt Gardena draufsteht, sind die ein ganzes Stück billiger und es halt auch nur ein Schlauch. Der Entwässerungsventilkram ist, wie oben ausgeführt, bei mir letztlich auch weggefallen, was sich auch im Preis bemerkbar gemacht hat.
Amazon generell ist in Sachen Gardena nicht am allerbilligsten, aber die Preise sind dort auch okay, wenn man was nachbestellen muss oder alles aus einer Hand haben will. Ein paar mehr Kupplungen, Eckstücke etc. vor Ort zu haben, schadet auch nicht. Im Eifer des Gefechts findet man oftmals andere, bessere Lösungen, die man dann gleich umsetzen kann. Der ungenutzte Rest geht dann einfach wieder zurück.

Die Ausführung

Vorher hatte ich mir genau überlegt, wo welche Leitung lang geht. Alles danach war dann eine reine Fleißarbeit.

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Mein Leitungsplan. Die Quadrate sind die Vierecksregner, die Kreise die Kreisregner und die Sterne die Bodenanschlüsse für die Tröpfchenbewässerung.

Den Großteil der Zeit verbringt man mit dem Ausheben der Gräben. Hier habe ich mir mit Schnüren alles vorher abgesteckt, um gerade zu buddeln. Davor habe ich meine Spaten angespitzt, mit denen dann v-förmig in den Rasen gestochen, das Stück umgeklappt und meist noch etwas mehr Erde rausgeholt und diese dann in Tuppen und Big Packs aufbewahrt.

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L-Stück

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Weg zum Bodenanschluss für die Hecke

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Eingebauter Kreisregner

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Der „Masterstrang“

Es empfiehlt sich alles so zu organisieren, dass man genau weiß, wo welche Erde drin war, um später wieder einen ebenen Rasen zu haben. Das sagt sich so einfach, aber ich habe später immer wieder Grasnarben hochgehoben, um Löcher, die ich beim Drauftreten festgestellt habe, auszugleichen. Der Rasen sieht furchtbar nach der Buddelei aus, aber keine Sorge, nach ein paar Wochen hat einem der Rasen alles verziehen und man sieht so gut wie nichts mehr. Das Unkraut verzeiht einem leider auch.

Am Vortag hatte ich die 150m Schlauch ausgerollt und einmal mit Wasser durchgespült. Ersteres sollte verhindern, dass die Schläuche sich in den Gräben sofort wieder zusammenrollen. Zweiteres hatten den Zweck Tiere, Dreck etc. auszuspülen, die sich in der Zeit der Lagerung dort vielleicht ausgebreitet haben. Durch die Düsen der Regner sollten nämlich weder Dreck noch Tiere. Ich habe mit einer kleinen Ausnahme die Schläuche gerade vergelegt und für Kurven L-Stücke verwendet und nicht die Schläuche um die Ecken gebogen. Die Schläuche sind teilweise etwas widerwillig und „Unterbrechungen“ bei den dutzenden von Metern machte das alles leichter zu handhaben. Zudem wurden die Schläuche so auch nicht geknickt. Durchgeschnitten habe ich die Schläuche mit einer Flex und dann die Enden gleich mit Paketklebeband zugeklebt, sofern ich sie nicht sofort verbunden habe. Dreck und Tiere und so…

Sämtliche verlegten Rohre habe ich fotografiert. Wer weiß, wann das nochmal wichtig ist.

IMG_7128IMG_7137Der Einbau der Regner ist ebenfalls mit gesunden Menschenverstand möglich. Das Niveau sollte in Höhe der Rasenkante liegen. Nicht zu hoch (Der Mäher muss ja drüber) und nicht zu tief (Stolperfalle, wächst zu). Die Erde darum habe ich verdichtet.

Ganz wichtig: Die Schläuche mit viel Druck bis zum Ende in die Kuppelungen, L-Stücke, Sprenger etc. einschieben. Mit roher körperlicher Gewalt merkt man, dass man meist noch ein ganzes Stück tiefer in die einzelnen Komponenten kommt.

Elektronische Steuerung

Ich habe lange überlegt, wie ich die Steuerung mache, da dieses ein nicht unerheblicher Kostenfaktor ist. Ich habe mich für die große Lösung entschieden und die Bewässerungssteuerung 4040 erworben, die ich im (abgeschlossenen) Schuppen angebracht habe. Dieser steuert die Ventile und kann auch so programmiert werden, dass man ganz getrost in den Urlaub fahren kann.

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Abgedeckte Ventile

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Ventile. Die mit den orangen Hebeln kann man diese auch von Hand öffnen.

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Zusammenbau des Ventilkastens

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Zusammenbau des Ventilkastens

Steinunterbau, damit Wasser aus den Ventilkasten abfließen kann

Steinunterbau, damit Wasser aus den Ventilkasten abfließen kann

Wasseranschluss an die Ventilkästen

Wasseranschluss an die Ventilkästen

Wasseranschluss an die Ventilkästen

Wasseranschluss an die Ventilkästen

Der Zusammenbau des Ventilkastens hat viele graue Haare produziert. Wenn es sechs verschiedene Varianten gibt, wie man den Ventilkasten falsch zusammenbauen kann, dann habe ich neun davon gesehen. Die Kästen selber stehen auf Steinen aus dem Spritzschutz des Hauses, damit etwaiges Wasser aus den Kästen ablaufen kann. Die Kästen selbst haben zu diesem Zweck unten Löcher. Wichtig wird hier, dass es zwei Gardena Systeme gibt! Der Standardanschluss hat 13 mm (1/2″) Schläuche. Das Profisystem 19 mm (3/4″) Schläuche und entsprechend große Kupplungen. Hier ein Beispiel, wie man von einem normalen Wasserhahn auf ein Profisystem kommt. Einfacher ist es hiermit.

Der Anschluss des Computers an die Ventile ist kein Hexenwerk, sondern nur etwas fummelig. Gardena will, dass die Ventile und die Bewässerungssteuerung mit einem speziellen Gardena-Kabel verbunden wird. Für 30 Meter Kabel (7 Adern) stellen sie sich preislich minimal happige 30 Euro vor. Ich habe das bei ebay Kleinanzeigen für ein paar Euro von jemanden gekauft, der davon noch 15 Meter übrig hatte. Es ist nur ein stinknormales 7adriges Kabel, dass es deutlich günstiger auch von anderen Herstellern gibt.

Das Kabel anzubauen ist etwas nervig, da man alle Adern an den Enden freilegen muss. Die Farben machen es aber später relativ einfach. Wer aufmerksam ganz oben meine Planungsskizze angeschaut hat, kann sehen, dass ich die Kabelfarben für die Individualisierung meiner Sprengzonen übernommen habe. Das Kabel habe ich unterirdisch in den Schuppen gelegt und es dort (mit Hilfe der Farben) an der Bewässerungssteuerung angebaut. Und ab diesem Zeitpunkt ließ mich der Satz „Schatz, denkst Du an das Rasensprengen“ nur müde lächeln.

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Alles angebastelt

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Angebrachter Sprengcomputer

Und zum Schluss

Mittlerweile ist der Rasen wieder zugewachsen. Und man kann vom fertigen Verbau auch wenig zeigen. Das ist ja der Trick bei einer unterirdisch verlegten automatisierten Beregnungsanlage.

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Versenkter Regner

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Regner in action

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Ausgang für die Heckenbewässerung mit zwischengeschalteten Druckminderer

 

 

Die nächsten Gartenprojekte sind in Planung. Da sind das Thema Mähroboter und die Terrassenüberdachung noch offen.

Sollte ich jemand hier geholfen haben bei der Entscheidungsfindung und/oder bei der Ausführung, dann würde ich mich freuen, wenn dieser die nächsten Projekte ohne eigenen finanziellen Aufwand unterstützt.

Bei Amazon gibt es die sogenannten affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich eine Provision bekommen, wenn über den nachstehenden Link auf Amazon gegangen und dort eingekauft wird. Die Ware kostet das gleiche und meine (minimale) Provision wird von Amazons Gewinn abgezogen.

Das wäre der Link:

Amazon

Ist natürlich alles freiwillig. Ich und meine zukünftigen Projekte hier würden sich freuen.
PS: Vielen Dank nochmal an unseren Nachbarn, der fleissig mitgeholfen hat. Die vielen Ratschläge und das Anpacken haben die Sache sehr beschleunigt.

 

 

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Hecke

Nach dem Schuppen endete am gleichen Wochenende das nächste große Projekt. DIe Hecke hatten wir uns schon für letztes Jahr vorgenommen. Allerdings sind wir aufgrund familiärer Umstände im Frühjahr nicht dazu gekommen. Im Herbst wollten wir dann nicht, da man die Hecke dann über den Winter hätte auch Gießen müssen.

So ist’s jetzt was geworden. Unser Nachbar hat uns aufgrund seiner Verbindungen günstig die gewünschte Liguster beschaffen können.

Es hat schon wieder German und Tommy erwischt, die helfen durften. 6,5 Stunden buddeln und schon war sie eingepflanzt.

Mittlerweile (auf dem Foto noch nicht zu sehen) ist die Hecke knapp ein Drittel zurückgeschnitten worden, damit sie schön dicht wächst und mit einem Bewässerungsschlauch versehen worden.

Hecke

Hecke

Hecke

Hecke

Carport mit Schuppen/Gartenhaus selbstgebaut

Unsere leidige Vorgeschichte Man könnte meinen, dass Dienstleister alles tun, um den Kunden alles recht zu machen, damit diese wieder kommen oder einen Weiterempfehlen. Das Carport-Projekt war ein Projekt voller Unfähigkeiten. Ich hatte den Carport eigentlich in einem entsprechenden Internethandel bestellt. Hier handelte es sich um einen individuellen 10m x 3,20m langen Holzcarport, der dann auf den letzten drei Metern einen Gerätschuppen haben sollte. Ich will mich über den Mitarbeiter von dem Onlineshop nicht weiter auskotzen. Nur die Rahmendaten:

  • Bei den Lieferungen kam nie das mit, was es sollte. So fehlte gleich erstmal der Schuppen und die Regenrinne.
  • Beim Auspacken stellte sich dann später noch raus, dass der Carport nur 2,20m und nicht 3,10m hoch war. Wir hatten den logischerweise verpackt gelassen.
  • Insgesamt war die Spedition vier Mal da. Erste Anlieferung, Nachlieferung Schuppen, komplette Neuanlieferung Carport (wo der alte nicht mitgenommen wurde), Aholung des falschen Carports
  • Der unfähige Mitarbeiter reagierte nicht auf E-Mails, offenbarte seine bescheidene geistige Flexibiltät am Telefon und konnte nie spontan Auskunft über den Stand der Dinge geben. Er rief dann oder schrieb meist aber nie und wenn sehr spät zurück. Und der geplante Aufbau im APRIL fand nicht statt, weil die Teile erst im NOVEMBER alle da waren.
  • Brauchbare Anleitungen, Skizzen … alles Fehlanzeige. Der Fundamentplan wurde nicht an die übersandten Begebenheiten angepasst.
  • Gefälle fürs Dach wurde nicht eingeplant. Die am Anfang mitgelieferten Teile ließen nur ein Gefälle zu, dass über die lange Seite geht. Der Höhenunterschied zwischen vorne und hinten hätte dann einen Meter betragen!!
  • Achja, und die H-Träger waren zu kurz. Die kriegt man ab einer gewissen Stärke nicht mehr im Baumarkt.

Letztlich haben wir nur Holzbalken zugeschickt bekommen. Keine Zapfen oder Zapfenlöcher oder ähnliches. Nichts, wofür man einen Zwischenhändler braucht. Was man vorher beachten sollte, wenn man den Carport selber baut Letztlich kann man den auch selber zusammenplanen und aufstellen. Ich habe auch nur ein paar Holzpfosten zugeschickt bekommen und diese verbaut. Mehr ist das nicht. Man muss erstmal schauen, was die regionalen Begebenheiten sind. Im § 55 der Brandenburgischen Bauordnung sind alle genehmigungsfreien Vorhaben aufgeführt. Unser Carport ist genehmigungsfrei. Ggf. kann auch eine Statikberechnung erforderlich sein. Wir haben für unseren Carport für 150 € eine Statik erstellen lassen. Am Ende wurde mehr Pfosten eingeplant als wir das wohl gemacht hätten. Wenn ich mir den ein oder anderen durchgebogenen Carport in der Nachbarschaft anschaue, dann zahle ich das bißchen Holz gerne zusätzlich. Die Planung ist generell nicht so der Hit. Das Grundkonstrukt sind bei uns 2 x 7 Pfosten auf H-Träger. Damit der Carport auch allen Belastungen trotzt, haben wir 12 x 12 Pfosten, die in H-Trägern stehen. H-Träger /Fundament Die H-Träger wurde in entsprechenden Löchern vor dem Pflastern der Einfahrt versenkt. Die Löcher waren schon entsprechend über 60 cm tief und entsprechend groß. Den Job haben wir über MyHammer vergeben. Da hatte ich echt keinen Bock drauf. insgesamt sind da knapp 2 m³ Beton in die Löcher gerauscht. Zudem ist auch entsprechend viel Erde abtransportiert worden. Weniger tief wäre sicher auch gegangen, aber wer will das Ding dann später auf dem Kopf haben? Wichtig bei der Planung ist, dass die Sparren Überstand haben und daher seitlich über die Pfosten hinausragen! Was man auf jeden Fall bei der Fundamentplanung beachten soll, sind die Dimension des Autos. Kriege ich die Türen noch auf? Kann ich die Pfosten so planen, dass die Türen in den Lücken zwischen den Pfosten aufgehen? Komme ich noch mit dem Fahrrad oder der Schubkarre am Auto vorbei?

Grundriss Carport

Grundriss Carport

Die Pfosten Wie gesagt, haben wir 12×12 Holz. Bei den Pfosten sollte man schon mal eine konkrete Vorstellung vom Gefälle haben. Je steiler das Gefälle, desto mehr reinigt der Regen das Dach. In unserem Fall geht das Wasser vom Haus weg, wie auf dem Bild zu erkennen ist. Einen Prozent, besser mehr, sollte man schon spendieren. Zur Höhe sollte man sich auch Gedanken machen. Werden keine Fenster oder Türen abgedeckt und geht im Carport der Kofferraum vom Kombi noch ganz auf? Wir haben zuerst die vordersten, die hintersten und die Pfosten in der Mitte in die H-Träger gesetzt (Perspektive wie auf dem Bild) und diese mit Schraubzwingen festgemacht. So hatten wir erstmal Zeit zum Ausrichten. Dann haben wir die beiden fünf Meter Pfetten (die Pfosten die parallel zum Haus oben draufgelegt werden) aufgelegt. Da die Länge insgesamt zehn Meter beträgt, sind es zwei Pfetten, die sich auf dem mittleren Pfosten treffen. Nach dem Messen und Wasserwagen wurden dann die Pfosten in die H-Träger mit riesengroßen Schrauben (Schlüsselschrauben 10 x 50)  für den Rest unseres Lebens verbunden. Im weiteren Verlauf wurden dann die restlichen Pfosten angesetzt und ebenfalls nach erfolgter Ausrichtung verbunden. Das macht man zwei Mal in unterschiedlicher Höhe (Gefälle). Einmal am Haus, einmal am Zaun. Spätestens jetzt hat sich der Einsatz von mehreren größeren Leitern bewährt!

Carport im Aufbau

Carport im Aufbau

Die Pfetten Die aufliegende Pfette (auch 12×12) wurde dann mit 10×200 mm Schrauben mit den darunterliegenden Pfosten verbunden. Mehr ist zu den Pfetten gar nicht zu sagen. Die Alternative Bei Youtube habe ich gesehen, wie es jemand genau andersrum gemacht hat. Der hat erst die Pfetten auf Stützen auf ihre Endhöhe gebracht, dann hat er von unten die Pfosten mit montierten H-Trägern angehalten und angebracht. Die H-Träger ragten in die leeren Fundamentlöcher. Dann erst kam der Fundamentbeton. So geht’s auch, aber das ist nur was für kleine Carports und schneller geht es nur bedingt.

Längsschnitt

Längsschnitt

Die Sparren Die 6x 12 Sparen (die Dinger, die Quer auf die Pfetten kommen) waren am nervigsten. Da der Depp vom Händler kein Gefälle berücksichtigt hatte, musste jeder Sparren ausgeklinkt werden. Quasi zwei Treppenstufen hineinschneiden. Ich habe leider kein Bild davon. Aber die Sparren müssen glatt auf beiden Pfetten aufliegen, wenngleich der Sparren insgesamt zur hausabgewandten Seite abfällt. Bei uns waren es 14 von der Sorte. Es empfiehlt sich ein Referenzstück anzufertigen und damit bei den anderen anzuzeichnen. Dann die Dinger im richtigen Abstand auflegen und mit den langen Schrauben reindonnern. Der erste und letzte Sparen sollte bündig zu den Ende der Pfetten sein. Spätestens hier merkt man, wer beim Akkuschrauberkauf geizig war! Wir haben die Löcher für die Schrauben mit einer Bohrmaschine vorgebohrt, um zügig voranzukommen.

Querschnitt

Querschnitt

Die Kopfbänder Diese Dinger, die im 45 Grad-Winkel Pfetten und Pfosten bzw. Sparren und Pfosten verbinden, nehmen die Scherkräfte auf. Jeder hat da mal bei seinen Legokonstruktionen seine Erfahrung gemacht. Auf meinem Bild sieht man, dass die Kopfbänder hinten fehlen. Den Job dort übernimmt die Schuppenkonstruktion. Vorne für die Querkopfbänder kamen noch je ein Zwischenstück zwischen den ersten und zweiten Sparren. Sieht man auf dem Bild auch gut. Die Latten Irgendwo muss das Dach ja sicher aufliegen. Also oben nochmal eine Lattung drauf. Bei uns waren das auf 3,20m Breite sieben Lattenbahnen, die über die ganze Länge des Carports gehen. Latten als Verblendung An die Sparren kamen dann umlaufend als Dachabschluss/Verblendung noch Latten. Beim Schuppen haben wir diese sogar später doppelt genommen, damit kein Regenwasser oben reingedrückt wird, aber dennoch eine Luftzirkulation möglich ist (auf dem Bild noch nicht zu sehen).

Latten als Verblendung (Augenmerk unter das PVC-Dach!)

Latten als Verblendung (Augenmerk unter das PVC-Dach!)

Holzschutz Sägen, Hämmern, Schrauben … alles cool. Aber nun die Arschlochaufgabe. Einmal alles Grundieren, dann mindestens zwei Mal Lasieren. Zum Kotzen; muss aber sein. Das sollte vor der Dachmontage erfolgen, sonst kommt man nicht mehr an wichtige Stelle ran. Das Dach Das gibt’s in jeder Geschmacksrichtung. Wir haben uns für die durchsichtige Plastivariante (1,2 mm PVC Spundwandlichtplatte) entschieden, damit es unter dem Carport hell bleibt. Drauflegen, Abstandhalter einlegen, festschrauben. Mehr ist es nicht. Die Löcher sollten großzügig vorgebohrt werden (5 mm größer als die Schraube), damit das Dach bei Temperaturschwankungen arbeiten kann. Die Schrauben selbst hatten am Kopf einen Metallring, damit das Regenwasser nicht durch die großzügigen Löcher läuft (Spenglerschrauben). Man muss nicht überall Schrauben reindrehen, aber sparen sollte man auch nicht. Ich habe bestimmt über 200 Schrauben dort versenkt. Die Platten sollten sich überlappen. Bei dem dünnen Plastikdach kann man nur von der Seite arbeiten, wo noch ein kein Dach draufliegt, da es punktuell nicht so viel Gewicht trägt. Bei den letzten Platten habe ich teilweise von der Leiter und teilweise bäuchlings draufliegend gearbeitet. Großes Kino! Regenrinne Unser Zinkrinne wurde von einem befreundeten Dachdecker zusammengelötet. Logischerweise auf der Seite, wo das Gefälle hinzeigt.

Dach festmachen

Undankbare Fleissaufgabe

PVC Dach

PVC Dach

Der Schuppen Zu allererst bastelt man sich ein Gerüst, sodass man ein Abteil im Carport erhält. Hier kommen dann später die Profilhölzer ran, die später die Außenwand werden. Türöffnungen sollten wohl berücksichtigt werden. In unserem Fall haben wir in dem Abteil nochmal eine Unterteilung vorgenommen, damit mehr Werkzeug etc. später an die Wand gehangen werden kann. Man möge die Unordnung im noch nicht vorhandenen Schuppen verzeihen.

Vorbereitung Geeräteschuppen

Vorbereitung Geeräteschuppen

Dann messen vom Sparren bis nach unten (abzgl. 3 cm damit das Holz später nicht im Regenwasser steht und gammelt) und ran an die Säge. Wir haben immer gleiche mehrere Profilhölzer zum Sägen zusammengesteckt, um nicht so oft die Säge ansetzen zu müssen. Besonders aufwendig war der Spaß, um die Länge der Latten an das Dachgefälle anzupassen. Naja, die paar Stufen, die jetzt oben drin sind, gelten als künsterlischer Ausdruck.

Kreissägen Zuständigkeit

Kreissägen Zuständigkeit

Zwischenzeitlich wurde noch die Tür eingebaut, die in den Garten führt. Befestigt mit ein paar Winkeln am Pfosten und am Boden und mit einer Querstrebe.

Tür zum Garten

Tür zum Garten

Rückwand Schuppen

Rückwand Schuppen

Rückwand Schuppen Gegenansicht

Rückwand Schuppen Gegenansicht

Seitenwände

Seitenwände

Seitenwände

Seitenwände

Gesamtansicht

Gesamtansicht

Gartenseite

Gartenseite

Fahrzeugseite

Fahrzeugseite

Ausklinkung der H-Träger

Ausklinkung der H-Träger

Als besonderes Gimmick wurde dann noch eine Schiebetür konstruiert, die Zugang vom Carport ermöglicht. Eine Schiebetür daher, um keinen Platz im Schuppen oder im Carport zu verlieren, die eine Schwenktür mit sich bringen würde. Für die Alltagstauglichkeit haben wir einen Profilzylinder und ein Vorhängeschloss, die jeweils mit dem gleichen Schlüssel geschlossen werden können, erworben.

Konstruktion Schiebetür

Konstruktion Schiebetür

Fahrzeugseite

Fahrzeugseite

Fertig

Fertig

Was braucht man also? Carport:

  • H-Träger (für 12er Holz) 60cm lang
  • Pfosten (12 x 12)
  • Fetten (12 x 12)
  • Sparren (6 x 14)
  • Kopfbänder (10 x 10), auch für vorne
  • Balken (6 x 14) für Aufnahme für die Querkopfbänder vorne
  • Verblendbretter
  • Latten, auf die das Dach geschraubt werden
  • Spundwandlichtplatten (wenn man die gleiche Dachform wie wir haben will)
  • Dachrinne + Zubehör

Schuppen:

  • Profilholz
  • Latten für die Querverstrebung
  • Holztür (was man auch immer will)
  • Drückergarnitur und Schloss

Zubehör (dabei stehen nur die Maße. Mengen sind ja je nach Größe individuell):

  • 10 x 50 Schlüsselschrauben (sollten zu den H-Trägern passen)
  • 8 x 200 Schrauben (z.b. durch die Fette von oben in den Pfosten)
  • 8 x 240 Schrauben (z.b. durch den Sparren in die Fette, Kopfbänder)
  • 5 x 50 Schrauben (gleich vierstellig kaufen, für den ganzen Rest, wie Schuppen etc.)
  • Sprengler-Schrauben fürs Dach (Schrauben mit Dichtung)
  • dazugehörige Abstandhalter

Keine Garantie, dass ich nix vergessen habe! Unser Dank ..gebührt allen Helfern.

  • Schmitten, der eigentlich Zimmermann sein sollte
  • Tommy, der immer zur Stelle ist
  • German, der noch etwas zulegen muss
  • Tim, der leider am anderen Ende der Welt wohnt
  • Meinem Vater, der tief in das Projekt eingestiegen ist und insbesondere lange an der bestmöglichen Schiebetürkonstruktion gegrübelt hat. Ich glaube, er hatte soviel Spaß daran, dass er sich daheim auf seinem Balkon einen eigenen Carport bauen würde, wenn es meine Mutter nicht verbieten würde.

Update (Schiebetürkonstruktion):

Die Tür ist relativ einfach gestrickt. Die schrägen Latten verhindern ein Verziehen der Tür.

Schiebetür Aufbau

Schiebetür Aufbau

Schiebetür von vorne

Schiebetür von vorne

Das gute Stück hängt in einer Schiene, die mit Winkeln von innen am Schuppen festgemacht ist.

Schiebetür Aufhängung 1

Schiebetür Aufhängung 1

Schiebetür Aufhängung 2

Schiebetür Aufhängung 2

Unten verhindert zum Einen eine Rolle das „Schlackern“ und zum Anderen fixiert eine Aufnahme die Tür im geschlossenen Zustand.

Schiebetür Führung am Boden

Schiebetür Führung am Boden

Schiebetür Aufnahme für geschlossenen Zustand

Schiebetür Aufnahme für geschlossenen Zustand

Alte Obstsorten – Apfelessen trotz Apfelallergie

Heute beginnt der Frühling und es kann nun endlich weiter der Garten geformt werden…. wenn man ihn unter dem Schnee findet.
Immerhin kann man schon mal Pläne schmieden.

33% der Hausbewohner hier leiden unter einer Apfelallergie, obwohl Äpfel aber gemocht werden.
In der Nachbarschaft haben wir jetzt doch glatt einen Baumschulenbesitzer gefunden, der sich auf alte Obstsorten spezialisiert hat. Viele Allergiker kommen mit den Äpfeln zurecht und vertragen diese.
Da wir vom Bebauungsplan genötigt werden, Obstbäume zu pflanzen, kann man das gleich sinnvoll gestalten.

Für Interessierte empfehle ich einen Blick auf seine Internetseite: www.arboterra.com

Evtl. kann man den Baum dann auch bald einpflanzen, wenn es nicht bis Dezember durchschneit.

Die Stromrechnung

Der Hausbau war eigentlich aus unseren Köpfen verschwunden. Die letzten Rechnungen schon lange bezahlt; Fertigstellungseinbehalt ausgezahlt.

Heute, 10.01.2013, erreichte uns dann die Baustromrechnung. Wir wohnen seit dem Frühjahr 2011 bereits im Haus!

1.734,44 €

Ich lasse das mal weiter unkommentiert. Zum Glück zahlen wir die nur zu 50%.

Terrasse

Ewig vorgenommen und ewig aufgeschoben: Die Terrasse. Letztlich hatte ich es wieder Tim zu verdanken, dass die Sache doch noch voranging. Der Arbeitstag fing um 07:30 und endete gegen 22:00 Uhr. Das Resultat kann hier bestaunt werden.

Nachtrag Einfahrt

Nachdem ich von mehreren drauf angesprochen wurde. Hier die Einfahrt in Gänze.

Das Legen der restlichen Steine war relativ unkompliziert (mein Rücken hat das anders gesehen). Nervig war das Zurechtschneiden der Spezialsteine. Die Nachbarn, die den Lärm der Flex ertragen mussten, können das bestätigen.

Bild

Show must go on

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Still ist es hier geworden. Nachdem das Haus im letzten Jahr endgültig fertiggeworden ist, gab es auch wenig nennenswertes zu berichten. Lediglich die Begrünung des Grundstücks lies Aktivitäten der Hausbewohner erahnen.

Nun starten jedoch die nächsten Projekte. Den Auftakt macht das Auffahrtpflaster; es folgt die Errichtung des Carports/Schuppen und endet mit dem Terrassenbelag.

Der Carport konnte sich schon mal keine Freunde machen. Das gute Stück soll aufgrund des Schuppens geschmeidige zehn Meter lang werden. Die Statikberechnung kam dann mit den Symphatiewerten ähnlich der FDP bei den nächsten Wahlen ins Postfach geflattert. 14 Löcher – jedes 80 cm tief – 55×55 breit bzw. lang. Der Plan mal eben am Wochenende ein paar Löcher auszuschaufeln wich der schlechten Laune. Wenngleich nicht im Haushaltsetat vorkalkuliert, ging dieser Spaß an einen Subunternehmer. Und da ich auch keinen Lust verspürte über Tage hinweg Beton im Kubikmeterbereich anzurühren, wurde das Setzen der H-Anker gleich mitdelegiert. Der ganze Spaß beschäftigte auch prompt 2-3 Männer mit teils schweren Gerät in der Summe einen ganzen Tag lang, die mit einem ganzen LKW voll Erde davonfuhren.
Wollen wir mal hoffen, dass weitere Überraschungen erstmal außen vor bleiben.

Ende der Woche kommen erstmal ein paar Tonnen Steine. Es folgen 7 Tonnen Sand am Montag. Mal sehen, ob das Pflastern der Auffahrt an einem Tag zu schaffen ist. Mehr dann hier im Blog…

Ein Mann, ein Zaun – Anleitung für den Bau eines Mattenzauns bzw. Mattenstabzauns!

Okay, okay! Die Überschrift ist ein wenig beschönigt. Schließlich hatte ich oftmals tatkräftige Hilfe. An dieser Stelle nochmals Dank an Tim, Tom und Daniel, die uns am Wochenende zur Hand gegangen sind.

Aber nun der Reihe nach! Wir hatten uns recht schnell für einen 1m hohen anthrazitfarbenen Mattenzaun entschieden, der dann bei einem in Berlin ansässigen Internethändler geordert wurde. Dieser hat bereits unsere Nachbarn beliefert und die hatten gute Erfahrung mit diesem gemacht. Außerdem ist es bei der Vielzahl der Internethändler recht schwer, brauchbare Angebote zu isolieren. Die Preisangaben auf den Internetseiten dienen da teilweise nur als Richtpreise auf die dann teilweise noch irgendwelche Phantasieaufschläge kommen oder Frachtgebühren im dreistelligen Bereich.

Das Aufstellen eines Zauns ist wahrlich keine Wissenschaft. Da ich sowas noch nie gemacht hatte, habe ich mich stundenlang mit der (Internet-)Theorie auseinandergesetzt. Man findet nur wenig Anleitung und schon gar kein Youtube-Video, wo man sich das mal anschauen kann. In der Rückschau, weiß ich nun auch warum. Es ist einfach nicht berichtenswert, da es lediglich eine Zeit- und Geduldsfrage ist. Ein Studium ist hier wahrlich nicht nötig.
Falls jemand beim Lesen dieses Blogs die Lust überkommt, ebenfalls einen Zaun zu bauen, hier meine Anleitung:

Was man braucht:

Matten

Pfosten

    • Zaunfelder
    • Pfosten mit Befestigungselementen für die Felder
    • ggf. Eckpfosten

Flex oder Eisensäge zum Einkürzen der Matten

  • Beton (gibt hier extra Beton für den Gartenbereich, der nicht ganz so massiv ist). Ein Sack reicht für 2-3 Löcher.
  • Großen Eimer/Kübel zum Anrühren des Betons
  • Gerätschaft zum Anrühren des Betons. In meinem Fall ein Spaten
  • Wasserwagen (Magnetische sind ungemein praktisch, aber unverschämt teuer (ca. 30€). Ich habe mir zwei normale Wasserwagen für je 5€ und ein Gummiband besorgt (Effektive Einsparung: 50€, abzgl. der Kosten für das Gummiband).

Beton

Erdbohrer

Erdbohrer

  • Werkzeug zum Ausheben der Löcher. In meinem Fall: Spaten, Gartenschaufel, Erdbohrer, Stemmhammer
  • Holzklötze in diversen Größen, um die Matten in der Betontrocknungsphase zu fixieren.
  • Nicht Pflicht, aber ganz nett ist ein Nivellierungsgerät. Da man bei Gefälle von oben nach unten baut, sollte man dann auch wissen, wo oben und unten ist. Die Höhe des Versatzes von zwei Zaunmatten bei Höhenunterschieden ergibt sich später durch den Abstand zum Boden.
  • Schnur zum Spannen. Ein gerader Zaun hat schon was. Zudem kann man so die Ausrichtung der Hochachse der Pfosten beim Setzen checken.

Wie man es macht:
Rückenstütze
Bevor es überhaupt losgehen konnte, hörte es direkt wieder auf. Bei dem Versuch das erste Loch auszuheben lernte ich, dass die Kantsteine von einem Bürgersteig, an dem unser Grundstück liegt, mit einer sogenannten Nackenstütze (gegossen mit Magerbeton) befestigt ist. Ich habe es mal aufgemalt (das Schwarze ist die Nackenstütze). Und mit einer Schaufel kommt man da nicht weit. Etwas zerknirscht, ob des anstehenden Mehraufwands, rückte ich einen Tag mit später einem von einem Bekannten geliehenen Bohrhammer an. Dieses Werkzeug kann gemäß des Credos von Tim Taylor gar nicht genug Power haben (hatte ich erwähnt, dass ich wie bei MacGyver wirklich jede Folge kenne?). Das geliehene Gerät der Marke Hilti hat bescheidende 1300 Watt und kostet wohl mit Zubehör über 3000€. Naja, man kann auch was kleineres nehmen oder sich was leihen.

Erster Pfosten

Erster Pfosten

Loch

Wenn man das Loch je nach Untergrund tief genug gestemmt oder gebuddelt hat, kann man den Pfosten schon mal probehalber reinstellen. Bei unseren Pfosten reichten 40cm; die Eckpfosten verlangten 5cm mehr. Der erste Pfosten wird frei gesetzt. Die beiden Wasserwaagen (magentisch oder mit Gummiband) kommen hier zum Einsatz, um die beiden Neigungen in den Griff zu kommen. Die Hochachse sollte auch beachtet werden.

Beton ins Loch

Beton ins Loch

Und dann kann eigentlich schon der angerührte Beton ins Loch. Beton anrühren ist eine hohe Kunst, wie ich erfahren habe. Mit der Zeit lernt man mit möglichst wenig Wasser auszukommen, um nicht von ewigen Trocknungszeiten vom Weiterarbeiten abgehalten zu werden. Beim Auffüllen mit Beton die Wasserwagen im Blick haben! Den Beton nach dem Einkippen um den Pfahl herum am besten verdichten, damit der Pfahl später nicht wackelt. Hier habe ich mit einem Hammer auf einen Holzblock geschlagen. Nicht den Beton bis oben hin auffüllen. Dann wächst dort nämlich nichts mehr.
Steht der Pfosten bietet es sich an, eine Schnur zu dem Punkt zu spannen, wo man letztlich ankommen will. Die Schnur hilft später, gerade zu arbeiten und bei der Ausrichtung der Hochachse. Es bietet sich an, die Schnur auf der Seite zu spannen, wo die Elemente NICHT drangeschraubt werden.

Ausrichtung mit Wasserwaage

Ausrichtung mit Wasserwaage

Als nächster Schritt nun ein weiteres Loch genau eine Mattenlänge entfernt buddeln/stemmen. Das Loch ruhig spatenbreit ausheben, damit man ein wenig Platz zum Rangieren hat. Dann eine Zaunmatte an einen neuen Pfosten mit zwei bis drei Schrauben festschrauben und das Gebilde so in das Loch stellen, dass die Matte am ersten Pfosten ansteht. Das freie Ende der Zaunmatte kann jetzt am feststehenden Pfosten festgeschraubt werden. Optimalerweise so, dass die Matte waagerecht ist (Wasserwaage! Siehe Bild mit dem Titel „Erster Pfosten“. Es sind zwei Wasserwaagen!!). Kann sein, dass man die Schrauben zum Nachrichten hin und wieder lösen muss. Passt das alles, müsste der Pfosten im neuen Loch halbwegs gerade stehen. Ist das nicht der Fall nochmal solange nachkorrigieren bis die beiden Wasserwagen an dem Pfahl zufriedengestellt sind. Dann kommt wieder der Beton ins neue Loch und – Herzlichen Glückwunsch – schon steht das erste Zaunelement. Und so geht es nun weiter bis der Zaun fertig ist.

Zaun Skizze

Zaun Skizze

Sonderfälle:

Gefälle

Gefälle

Bei Gefälle:
Wir haben vorher rausgekriegt, wo oben ist und haben von oben nach unten gearbeitet. Somit kann man nicht Gefahr laufen, dass der bereits stehende Pfosten zu tief eingebaut wurde und das Zaunelement über das obere Ende hinausragt.
Da wir quasi ein „U“ gebaut haben, haben wir von zwei Enden begonnen und uns am tiefsten Punkt, in unserem Fall an der Südwest-Ecke, getroffen. Da man immer mit einem Element an einem Pfahl ins Rennen geht, kann man so von Fall zu Fall anhand des Bodenabstands entscheiden, ob man einen Versatz braucht. Dann das lose Ende der Matte einfach eine „Etage tiefer“ an den feststehenden Pfosten schrauben. (Einfach mal das Bild anklicken. Da sieht man den Versatz ganz gut)

Kurven (gemeint sind keine Ecken):

Kurve

Kurve

Hier habe ich Panik geschoben, dass man die Matten an einer Seite ansägen und dann biegen muss. Pustekuchen. Die 250cm sind so kurz, dass man unseren moderaten radius auch so bewältigen konnte. Einfach bei der Hochachsenausrichtung die Kurve berücksichtigen und dann die Elemente nicht auf Teufel-komm-raus festschrauben, sondern ein wenig Gefühl beweisen.

Anpassen von Zaunelementen in der Länge:

Überlänge

Zurechtgeschnitten

title:“Überlänge“ Zurechtgeschnitten

Was soll ich sagen? Ich habe die zu langen Zaunelemente testweise angeschraubt, mit einem Edding die Länge markiert, wieder abgeschraubt und der Matte mit der Flex den Rest gegeben. Wieder anschrauben … fertig! Was ich jetzt noch auf der to-do-Liste habe, ist das Nachlackieren der geflexten Stellen, damit dort kein Rost ansetzen kann.

Unterm Strich bin ich froh, dass das Thema Zaun vor dem Frost abgehakt werden konnte. Das Aufstellen sollte jeder mittelmäßig begabter Heimwerker hinkriegen. Das Gefühl, dass man was Anfassbares im Schweiße des eigenen Angesichts vollbracht hat, ist schon sehr erhebend. Klar, hat ein professioneller Zaunaufsteller noch ein paar andere Tricks auf Lager, arbeitet ggf. schneller oder hat gar eine völlig andere Herangehensweise. Wer sich dazu äußern möchte, ist in den Kommentaren gerne dazu eingelasen. Kommentare mit wirtschaftlichen Interesse, wie in dem Eintrag über Viessmann-Wärmepumpen, werde ich erst gar nicht zulassen.

Generell ist es auf diesem Blog ziemlich ruhig geworden. Es gibt ja auch kaum etwas zu berichten. Bis auf kleine Schönheitskorrekturen ist das Haus schon seit geraumer Zeit fertig. Selbst der Rasen ist mit Ausnahme einiger Lücken schon seit Wochen im Garten beheimatet. Im nächsten Jahr soll das Pflastern der Einfahrt und der Terrasse angegangen werden. Je nach Geld und Zeit hoffen wir natürlich auch, dass wir dann das Projekt Carport/Schuppen in Angriff nehmen können. Solange geht dieser Blog hier in die Winterpause. Adios!

PS: Hier noch ein paar Bilder vom fertigen Zaun. Lobenende Worte werden natürlich gerne entgegen genommen 😉