Okay, okay! Die Überschrift ist ein wenig beschönigt. Schließlich hatte ich oftmals tatkräftige Hilfe. An dieser Stelle nochmals Dank an Tim, Tom und Daniel, die uns am Wochenende zur Hand gegangen sind.
Aber nun der Reihe nach! Wir hatten uns recht schnell für einen 1m hohen anthrazitfarbenen Mattenzaun entschieden, der dann bei einem in Berlin ansässigen Internethändler geordert wurde. Dieser hat bereits unsere Nachbarn beliefert und die hatten gute Erfahrung mit diesem gemacht. Außerdem ist es bei der Vielzahl der Internethändler recht schwer, brauchbare Angebote zu isolieren. Die Preisangaben auf den Internetseiten dienen da teilweise nur als Richtpreise auf die dann teilweise noch irgendwelche Phantasieaufschläge kommen oder Frachtgebühren im dreistelligen Bereich.
Das Aufstellen eines Zauns ist wahrlich keine Wissenschaft. Da ich sowas noch nie gemacht hatte, habe ich mich stundenlang mit der (Internet-)Theorie auseinandergesetzt. Man findet nur wenig Anleitung und schon gar kein Youtube-Video, wo man sich das mal anschauen kann. In der Rückschau, weiß ich nun auch warum. Es ist einfach nicht berichtenswert, da es lediglich eine Zeit- und Geduldsfrage ist. Ein Studium ist hier wahrlich nicht nötig.
Falls jemand beim Lesen dieses Blogs die Lust überkommt, ebenfalls einen Zaun zu bauen, hier meine Anleitung:
Was man braucht:
- Zaunfelder
- Pfosten mit Befestigungselementen für die Felder
- ggf. Eckpfosten
- Beton (gibt hier extra Beton für den Gartenbereich, der nicht ganz so massiv ist). Ein Sack reicht für 2-3 Löcher.
- Großen Eimer/Kübel zum Anrühren des Betons
- Gerätschaft zum Anrühren des Betons. In meinem Fall ein Spaten
- Wasserwagen (Magnetische sind ungemein praktisch, aber unverschämt teuer (ca. 30€). Ich habe mir zwei normale Wasserwagen für je 5€ und ein Gummiband besorgt (Effektive Einsparung: 50€, abzgl. der Kosten für das Gummiband).
- Werkzeug zum Ausheben der Löcher. In meinem Fall: Spaten, Gartenschaufel, Erdbohrer, Stemmhammer
- Holzklötze in diversen Größen, um die Matten in der Betontrocknungsphase zu fixieren.
- Nicht Pflicht, aber ganz nett ist ein Nivellierungsgerät. Da man bei Gefälle von oben nach unten baut, sollte man dann auch wissen, wo oben und unten ist. Die Höhe des Versatzes von zwei Zaunmatten bei Höhenunterschieden ergibt sich später durch den Abstand zum Boden.
- Schnur zum Spannen. Ein gerader Zaun hat schon was. Zudem kann man so die Ausrichtung der Hochachse der Pfosten beim Setzen checken.
Flex oder Eisensäge zum Einkürzen der Matten
Wie man es macht:

Bevor es überhaupt losgehen konnte, hörte es direkt wieder auf. Bei dem Versuch das erste Loch auszuheben lernte ich, dass die Kantsteine von einem Bürgersteig, an dem unser Grundstück liegt, mit einer sogenannten Nackenstütze (gegossen mit Magerbeton) befestigt ist. Ich habe es mal aufgemalt (das Schwarze ist die Nackenstütze). Und mit einer Schaufel kommt man da nicht weit. Etwas zerknirscht, ob des anstehenden Mehraufwands, rückte ich einen Tag mit später einem von einem Bekannten geliehenen Bohrhammer an. Dieses Werkzeug kann gemäß des Credos von Tim Taylor gar nicht genug Power haben (hatte ich erwähnt, dass ich wie bei MacGyver wirklich jede Folge kenne?). Das geliehene Gerät der Marke Hilti hat bescheidende 1300 Watt und kostet wohl mit Zubehör über 3000€. Naja, man kann auch was kleineres nehmen oder sich was leihen.
Wenn man das Loch je nach Untergrund tief genug gestemmt oder gebuddelt hat, kann man den Pfosten schon mal probehalber reinstellen. Bei unseren Pfosten reichten 40cm; die Eckpfosten verlangten 5cm mehr. Der erste Pfosten wird frei gesetzt. Die beiden Wasserwaagen (magentisch oder mit Gummiband) kommen hier zum Einsatz, um die beiden Neigungen in den Griff zu kommen. Die Hochachse sollte auch beachtet werden.
Und dann kann eigentlich schon der angerührte Beton ins Loch. Beton anrühren ist eine hohe Kunst, wie ich erfahren habe. Mit der Zeit lernt man mit möglichst wenig Wasser auszukommen, um nicht von ewigen Trocknungszeiten vom Weiterarbeiten abgehalten zu werden. Beim Auffüllen mit Beton die Wasserwagen im Blick haben! Den Beton nach dem Einkippen um den Pfahl herum am besten verdichten, damit der Pfahl später nicht wackelt. Hier habe ich mit einem Hammer auf einen Holzblock geschlagen. Nicht den Beton bis oben hin auffüllen. Dann wächst dort nämlich nichts mehr.
Steht der Pfosten bietet es sich an, eine Schnur zu dem Punkt zu spannen, wo man letztlich ankommen will. Die Schnur hilft später, gerade zu arbeiten und bei der Ausrichtung der Hochachse. Es bietet sich an, die Schnur auf der Seite zu spannen, wo die Elemente NICHT drangeschraubt werden.
Als nächster Schritt nun ein weiteres Loch genau eine Mattenlänge entfernt buddeln/stemmen. Das Loch ruhig spatenbreit ausheben, damit man ein wenig Platz zum Rangieren hat. Dann eine Zaunmatte an einen neuen Pfosten mit zwei bis drei Schrauben festschrauben und das Gebilde so in das Loch stellen, dass die Matte am ersten Pfosten ansteht. Das freie Ende der Zaunmatte kann jetzt am feststehenden Pfosten festgeschraubt werden. Optimalerweise so, dass die Matte waagerecht ist (Wasserwaage!). Kann sein, dass man die Schrauben zum Nachrichten hin und wieder lösen muss. Passt das alles, müsste der Pfosten im neuen Loch halbwegs gerade stehen. Ist das nicht der Fall nochmal solange nachkorrigieren bis die beiden Wasserwagen an dem Pfahl zufriedengestellt sind. Dann kommt wieder der Beton ins neue Loch und – Herzlichen Glückwunsch – schon steht das erste Zaunelement. Und so geht es nun weiter bis der Zaun fertig ist.
Sonderfälle:
Bei Gefälle:
Wir haben vorher rausgekriegt, wo oben ist und haben von oben nach unten gearbeitet. Somit kann man nicht Gefahr laufen, dass der bereits stehende Pfosten zu tief eingebaut wurde und das Zaunelement über das obere Ende hinausragt.
Da wir quasi ein “U” gebaut haben, haben wir von zwei Enden begonnen und uns am tiefsten Punkt, in unserem Fall an der Südwest-Ecke, getroffen. Da man immer mit einem Element an einem Pfahl ins Rennen geht, kann man so von Fall zu Fall anhand des Bodenabstands entscheiden, ob man einen Versatz braucht. Dann das lose Ende der Matte einfach eine “Etage tiefer” an den feststehenden Pfosten schrauben.
Kurven (gemeint sind keine Ecken):
Anpassen von Zaunelementen in der Länge:
Unterm Strich bin ich froh, dass das Thema Zaun vor dem Frost abgehakt werden konnte. Das Aufstellen sollte jeder mittelmäßig begabter Heimwerker hinkriegen. Das Gefühl, dass man was Anfassbares im Schweiße des eigenen Angesichts vollbracht hat, ist schon sehr erhebend. Klar, hat ein professioneller Zaunaufsteller noch ein paar andere Tricks auf Lager, arbeitet ggf. schneller oder hat gar eine völlig andere Herangehensweise. Wer sich dazu äußern möchte, ist in den Kommentaren gerne dazu eingelasen. Kommentare mit wirtschaftlichen Interesse, wie in dem Eintrag über Viessmann-Wärmepumpen, werde ich erst gar nicht zulassen.
Generell ist es auf diesem Blog ziemlich ruhig geworden. Es gibt ja auch kaum etwas zu berichten. Bis auf kleine Schönheitskorrekturen ist das Haus schon seit geraumer Zeit fertig. Selbst der Rasen ist mit Ausnahme einiger Lücken schon seit Wochen im Garten beheimatet. Im nächsten Jahr soll das Pflastern der Einfahrt und der Terrasse angegangen werden. Je nach Geld und Zeit hoffen wir natürlich auch, dass wir dann das Projekt Carport/Schuppen in Angriff nehmen können. Solange geht dieser Blog hier in die Winterpause. Adios!
PS: Hier noch ein paar Bilder vom fertigen Zaun. Lobenende Worte werden natürlich gerne entgegen genommen ![]()









































